Anglizismenfreie Zone
| Dimi
21. Juni 2010
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Zurück zu den Ursprüngen, wie es so schön heißt. Nachdem dieses Pseudo-Tagebuch hier seit nunmehr zwei Jahren ausschließlich englischsprachig ist, habe ich mich jetzt dazu entschlossen, hier und da auch wieder einmal etwas in meiner geliebten Muttersprache zu verfassen. (Schließlich heißt es ja auch zynisch.at und nicht cynical.us; aber um ganz ehrlich zu sein warte ich ja nur, bis dramaqueen.org frei wird!) Aber bitte keine zu großen Erwartungen an meinen kleinen Exkurs in die deutsche Sprache haben. Da mein Leben seit einiger Zeit einfach nur mehr Kopf zu stehen scheint und eigentlich permanent alles anders kommt als erwartet (Beziehungen, Familienprobleme, Freunde), habe ich hier ohnehin schon genug gejammert und mein ganzes privates Leiden öffentlich breitgetreten… wenn auch sehr vage und gekonnt indirekt. Ich bin zwar eine Drama Queen, aber zumindest eine mit Klasse. (Ja ja, daran ändert auch eine andere Sprache nichts, meine Lieben!) Eigentlich bin ich ziemlich stolz auf diese hoch melodramatischen, in Tragik getränkten und in Übertreibung getrockneten Beiträge - denn selbst wenn ich ein (Welt-)Meister des zu-ernst-Nehmens bin, vermitteln diese Einträge meistens doch ganz gut, was mich bewegt. (Und ich hoffe doch, dass das für Leser zumindest ein klein wenig interessant ist.) Folglich blieb dann in letzter Zeit auch wenig Raum für unbedeutendes Bla-bla.
Wow… dein Leben scheint wirklich zerbrechlich zu sein. - mein bester Freund Yannick
(Ja, ich werf jetzt einfach mal ein paar passende Aussprüche ein. Jeder, der mich kennt, weiß, dass das Herumschmeißen von Zitaten eins meiner größten Hobbys ist!) Zerbrechlichkeit ist ein essenzielles Stichwort, wenn es um die letzte Zeit geht. Mit psychischer Stabilität hab ich’s nämlich nicht so. 17 ½ Jahre meines Lebens vergingen ohne großartige Aufregungen oder Spektakel, bis schließlich ein riesiger Ball ins Rollen kam, als ich am 3. September 2008 zufällig neben jemandem im Flugzeug von Athen nach Wien saß, der mir sprichwörtlich die Augen öffnete und - so kitschig und übertrieben das jetzt auch klingt - mein zukünftiges Leben verändert hat. Damals war ich noch siebzehn. Und das ist bald zwei Jahre her. Was in der Zwischenzeit passiert ist, ist derart rasant von Statten gegangen, dass ich bisher kaum Zeit gefunden habe, mir darüber Gedanken zu machen. (Ja, das klingt jetzt äußerst glaubwürdig, nicht wahr?) Wenn nichts geschieht, dann geschieht nichts. Ich jammerte (griechischer Nationalsport, es liegt in meinen Genen! … also zumindest in der Hälfte meiner Gene, die anderen 50% jodeln lieber) bisweilen über die Ereignislosigkeit meines trostlosen und faden Lebens. Einen Vorteil dieser Flaute lerne ich aber erst jetzt richtig zu schätzen: es gibt kein Risiko. Wenn nichts passiert, dann kann man nichts verlieren. Dann kann nichts ‚zerbrechen’. (Auch das ist ein blöder Irrglaube, es kann immer was kaputt gehen.) Und natürlich ist das ein absolut uneffektives Argument, da jeder sich wünscht, dass sich die Dinge entwickeln und verändern. Doch da wir hier von der Zerbrechlichkeit meines Lebens sprechen (wie es mein bester Freund so schön auf den Punkt gebracht hat), komme ich zum Punkt (gefühlte drei Absätze zu spät, wie immer): … ähm? So, jetzt ist es passiert. Die Situation, vor der ich Angst hatte, ist eingetreten. Ich weiß nämlich nicht, was ich mit dem ganzen Geschwafel ausdrücken wollte. (Und bisher achtete ich immer darauf, dass meine pseudo-weisen Gedanken auch einem tieferen Sinn dienen und sich das Lesen zumindest gegen Ende, wenn ich endlich Tacheles rede, bezahlt macht. Tja.) Ich wollte glaube ich rechtfertigen, warum ich psychisch nicht ganz stabil bin. Aber keine Ahnung. Ich weiß es wirklich nicht mehr. Vergessen wir das. Nächster Absatz.
Dimitri muss nicht so tun, als wäre er jemand. Er ist jemand. - meine schwedische Nachbarin Ann
(Ad Zitat: So etwas hört man gerne!) Worum ging’s gerade noch? Wisst ihr nicht? Brav. Dann geht’s jetzt heiter weiter. Es gibt einige Dinge, die mich an mir selbst stören. Eines dieser Dinge ist sicherlich die Tatsache, dass ich Worten viel zu viel Bedeutung beimesse. Stellt euch das einfach so vor: in meinem Kopf sitzt eine Gruppe weiser, alter Mini-Männer (und Mini-Frauen!) an einem Tisch. Und die können einfach nicht anders, als sich über jeden möglichen Satz, der nur ansatzweise für mich von Bedeutung ist, zu beraten. (So, und jetzt schnell im ICD-10 nachschauen, welcher psychischen Krankheit das entspricht! Und sofort das LSF anrufen!) Nein, ernsthaft. Die Maschinerie in meinem Kopf hört selten auf, und das ist für mich selbst - und teilweise natürlich auch mein nahes Umfeld, verständlicherweise - äußerst belastend. Ich bin froh, dass ich nicht komplett naiv durchs Leben gehe, aber alles zu hinterfragen… muss das sein? (Die Männchen und Weiblein in meinem Kopf sagen ja! Ich sag’s euch, gleich hol ich die Neuroleptika, und das bedeutet dann euer Aus! Aber Scherz beiseite. Das ist nicht witzig. Oder nur ein bisschen.) Die ultimative Lösung? Gibt’s nicht. Na ja, aber zumindest einen Lösungsansatz? Hm. Ein Vorsatz: nicht mehr so viele Gedanken. (Wow war das jetzt bahnbrechend.) Lockerer sein, mehr für mich tun. Weniger Pflichtbewusstsein, mehr Spaß am Leben. Klingt doch gut, oder? Ob es leicht umsetzbar ist, wird sich erst weisen müssen. Ich sag euch dann, ob dieser Plan auch fruchtet.
You can’t improve on perfection, Dimitri! - David über mich
(Tut mir Leid, ganz ohne Englisch geht’s scheinbar doch nicht.) Tja, ein weiteres Stichwort ist wohl Zufriedenheit. Ganz ohne Drama würde es nicht gehen, immerhin könnte ich dann ja hier auch kaum etwas schreiben, doch ist es ganz wichtig, zu wissen, dass ich tief im Inneren eigentlich mehr als zufrieden bin. Mit meinem Leben und mir. Gerade deshalb habe ich ja überhaupt die Zeit und die Kraft, jede Kleinigkeit zu zerfleischen und bis zum Umfallen (also die anderen fallen um, nicht ich!) zu analysieren. Jetzt heißt es einfach nur geradeaus schauen und sich auf das freuen, was noch kommt. Vorerst heißt das für mich das Ende meiner Zivi-Karriere diesen Freitag. Dann heißt es ein Monat Griechenland und eine willkommene Pause von meinem turbulenten und nervenaufreibenden Grazer Leben. (Ha ha. Bitte den letzten Satz noch einmal lesen. Und dann mitlachen.) Danach fängt mein Studium der Linguistik endlich an (hi hi), und schließlich geht es Ende Oktober nach New York. Und das sind doch beinahe eine Hand voll spannender und einschneidender Ereignisse, auf die ich mich freuen kann… und auf die ich mich auch tatsächlich freue.
So, und schon habe ich keine brauchbaren Zitate mehr. - ich
Struktur vermisst man an diesem Eintrag hier bitterlich, nicht wahr? Auch die Konsistenz lässt zu wünschen übrig. Tja, aber viel mehr als Ehrlichkeit und eine großteils unkohärente Abfolge meiner wirren Gedanken kann ich euch auch auf meiner Muttersprache nicht bieten. Zurzeit beschäftigt mich viel, ich glaube das konnte ich erfolgreich zum Ausdruck bringen… und ausnahmsweise könnte man diese Dinge als wirklich bedeutend bezeichnen (für mich selbst zumindest)… es geht nämlich wirklich um etwas. Seien es die oft genannten Freundschaften oder eben meine Familie. Es steht viel auf der Kippe, und da lässt wieder die Zerbrechlichkeit grüßen. Aber ein wahrer Zyniker grinst weiter, denkt sich seinen Teil, und überlebt. - Und berichtet weiterhin über sein Leben. In welcher Sprache auch immer er will.(Und markiert ganz viel Text fett oder kursiv, ohne dass das auch nur irgendeinen Sinn ergibt. Da steh ich drauf.)














